Ordertypen als Konzepte erklärt

Wer sich über Aktien news informiert, stößt unweigerlich auf Begriffe wie Market-Order oder Limit-Order. Diese Ordertypen sind grundlegende Konzepte des börslichen Handels. Dieser Artikel erklärt sie rein konzeptionell, ohne auf spezifische Handelsstrategien einzugehen.

Das Grundkonzept einer Order

Eine Order ist der Auftrag, ein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen. Jede Order enthält mindestens drei Angaben: die Richtung (Kauf oder Verkauf), die Stückzahl und den gewünschten Order-Typ. Der Order-Typ legt fest, unter welchen Bedingungen die Order ausgeführt werden soll.

Die Wahl des Order-Typs beeinflusst maßgeblich, ob und zu welchem Preis eine Order ausgeführt wird. Es gibt nicht den einen „besten" Ordertyp — jeder hat spezifische Eigenschaften, die in bestimmten Marktsituationen relevant sind. Das Verständnis dieser Eigenschaften ist grundlegend für jeden, der die Mechanik des Handels nachvollziehen möchte, unabhängig davon, ob man selbst Wertpapiere erwerben möchte oder nicht.

Konzept: Ausführungssicherheit vs. Preiskontrolle

Ordertypen balancieren zwei Ziele aus: die Sicherheit der Ausführung und die Kontrolle über den Preis. Einige Typen maximieren die Ausführungswahrscheinlichkeit, geben aber die Preiskontrolle ab. Andere sichern einen Preis, garantieren aber nicht die Ausführung.

Market-Order

Eine Market-Order ist der Auftrag, sofort zum besten aktuell verfügbaren Preis zu handeln. Sie hat die höchste Ausführungswahrscheinlichkeit, da sie keinen Preis vorschreibt. Der tatsächliche Ausführungspreis ergibt sich aus dem aktuellen Orderbuch.

Der Vorteil der Market-Order ist die schnelle Ausführung. Der Nachteil ist, dass der Preis bei schnellen Marktbewegungen vom erwarteten Wert abweichen kann — ein Phänomen, das als Slippage bezeichnet wird.

Limit-Order

Eine Limit-Order enthält zusätzlich einen Preis — das Limit. Bei einer Kauf-Order wird der Auftrag nur ausgeführt, wenn der Preis das Limit nicht übersteigt. Bei einer Verkaufs-Order wird er nur ausgeführt, wenn der Preis das Limit nicht unterschreitet.

Der Vorteil der Limit-Order ist die Preiskontrolle: Sie sichert, dass der Preis innerhalb des gewünschten Rahmens bleibt. Der Nachteil ist, dass die Order nicht ausgeführt wird, wenn der Markt das Limit nicht erreicht.

Tabelle 1: Konzeptioneller Vergleich Market-Order vs. Limit-Order
Merkmal Market-Order Limit-Order
PreiskontrolleKeineVorgegebenes Limit
AusführungswahrscheinlichkeitHochVom Markt abhängig
Slippage-RisikoVorhandenBegrenzt durch Limit
NichtausführungsrisikoGeringVorhanden

Stop-Order

Eine Stop-Order ist eine Order, die erst aktiv wird, wenn ein bestimmter Preis — die Stop-Marke — erreicht wird. Sie funktioniert wie ein Auslöser: Solange der Markt die Stop-Marke nicht berührt, passiert nichts. Sobald die Marke erreicht ist, wird die Order wirksam.

Eine Stop-Market-Order wird bei Erreichen der Stop-Marke zu einer Market-Order. Eine Stop-Limit-Order wird bei Erreichen der Marke zu einer Limit-Order. Beide Varianten dienen konzeptionell dazu, Orders an Bedingungen zu knüpfen.

Buy-Stop und Sell-Stop

Eine Buy-Stop-Order wird oberhalb des aktuellen Kurses platziert und wird ausgelöst, wenn der Kurs aufsteigt. Eine Sell-Stop-Order wird unterhalb des aktuellen Kurses platziert und wird ausgelöst, wenn der Kurs fällt. Beide dienen der Steuerung des Ausführungszeitpunkts.

Konzept: Bedingte Ausführung

Stop-Orders zeigen ein zentrales Prinzip des modernen Handels: die bedingte Ausführung. Orders müssen nicht sofort wirksam sein — sie können an Bedingungen geknüpft werden, die erst durch Marktereignisse ausgelöst werden. Dies ermöglicht ein weitaus differenzierteres Ordermanagement.

Gültigkeitsdauer

Neben dem Typ legt jede Order auch eine Gültigkeitsdauer fest. Die häufigsten Varianten sind:

Einige Ordertypen kombinieren mehrere Bedingungen. So kann eine Stop-Limit-Order sowohl eine Auslöseschwelle als auch ein Preislimit enthalten, was mehr Kontrolle ermöglicht, aber auch das Risiko erhöht, dass die Order nicht vollständig ausgeführt wird. Die Auswahl der passenden Kombination erfordert ein Verständnis der jeweiligen Vor- und Nachteile in der konkreten Marktsituation.

Konzeptionelle Übersicht

Tabelle 2: Übersicht der behandelten Ordertyp-Konzepte
Konzept Auslöser Preis
Market-OrderSofortBestmöglich (Markt)
Limit-OrderLimit erreichbarInnerhalb des Limits
Stop-MarketStop-Marke erreichtDann Bestmöglich
Stop-LimitStop-Marke erreichtDann innerhalb des Limits